Sardinien 2011, diesmal ohne Womo...
Dienstag
...sondern mit der ungeliebten Ryan-Air. Diesmal hat's eine angenehme Abflugzeit, 15h15, Ankunft 17h. Wir haben einen wundervollen Flug, den Rhein entlang, wir sehen den Bodensee, die Alpen, den Po, Korsika. Nach Ankunft ewige Wartezeit auf's Auto, es wird ein Fiat 500 Automatik, fast neu, cremefarben, schicke „Knutschkugel“.

Das Navi lotst uns nach Stintino, unsere erste Hotel-Buchung für 2 Tage, zum Eingewöhnen und Ankommen. Die Freunde sind schon da, wie bei Hase und Igel, aber so ein Vorauskommando ist sehr angenehm. Wir finden eine interessante Hotel-Anlage in einer Terrassenform vor, schön gelegen in einem gepflegten Park, von der eigenen Terrasse ganzen oben sieht man das Meer.

Beim Abend-Büffet lernen wir den Vermentino di Sardegna kennen, der uns nicht mehr verlassen wird, ein leichter, sehr leckerer Wein.
Am nächsten Tag erkunden wir per Auto Stintino und die Halbinsel, das Capo Falcone mit der Insel Asinara, die Insel der weißen Esel, sagt der Reiseführer. Sehr malerisch der Strand Peloso mit Turm auf vorgelagerter Insel.

Es herrscht ein super Wetter 25-28 °, leichter Wind, wenige Wolken. Angenehme Wassertemperatur, wir bekommen sofort einen leichten Sonnenbrand.
Mittwoch
In Stintino genehmigen wir uns ein leichtes Mittagessen (pranzo), Meerblick ist jetzt selbstverständlich. Entdecken einen schönen Strand außerhalb in Salina, nie so einen feinen Kiesel-Strand gesehen.
Die Start-Stopp-Funktion des Autochens ist stark gewöhnungsbedürftig, schaltet ständig unvermutet ab. Der Smart der Freunde macht die gleiche Zicken.
Im Hotel sind viele Familien mit Kindern, es sind halt Schulferein, sonst könnten unsere Freunde (Lehrer) auch nicht. Im Land herrscht eine ruhige Nachsaison, viele Hotels und Restaurants sind schon geschlossen. In den Restaurants hört man schon mal, dass die eine oder andere Flasche Wein aus ist.
Donnerstag
Wir müssen uns von dem schönen Fleck verabschieden, am Vorabend gab's noch eine ärgerliche Ruhestörung, schwerhörige ältere Nachbarn beschallen mit dem Fernseher die Umgebung, sind bei Protest aber einsichtig.
Fahrt nach Alghero, dort Stadtrundgang und „Pranzo“, heute Schwertfisch gegrillt, Blick aufs Meer sowieso, diesmal von der Festungsmauer herab. Insider vergleichen mit Essaouira in Marokko, da kann man sich ähnlich plazieren.
Fahrt nach Bosa (60 km), unser zweiter Anlaufpunkt. Die Casa Fiorito, ein Albergho diffuso (verteiltes Hotel, weil 2 verschiedene Häuser). Wir erwischen luxuriöse 4 ZKB mit Fluss-Blick, aber starkem Strassenlärm vor dem Fenster.
Interessante Streitfrage unter Touris: die 4 Mohren der sardischen Flagge haben einmal eine Augen- und andermal eine Stirnbinde, Fehler oder egal? Man konnte es nicht aufklären.

Bosa ist ein nettes Städtchen, orginell, viele Gassen, bunte Häuser, aber auch viel Patina, es wird eifrig gebaut und repariert, malerische Lage am Fluss.

Abendessen an der Piazza Costitutione (Pizza und Calzione, sehr lecker), hier sitzen wir nicht zum letzten Male.
Freitag
Wetter bedeckt und kühl. Wir ziehen um, weg vom Fluss-Blick mit Lärm in die Altstadt. Dort fahren keine Autos, da kommen nur noch die Vespa-Cars durch, lauter enge Gassen, sehr ursprünglich, am 2. Tag wird man schon von den Anwohnern gegrüßt.

Ausflugstour zum Castello von Bosa und nach Bosa Marina, wo wir zuerst hinwollten und Porto Alabe, eine Ferienhaus-Siedlung, die wir auch auf dem Plan hatten.
Samstag
Bei wechselhaften bis regnerischem Wetter, das Meer ist ganz aufgewühlt, empfiehlt sich eine Tour ins Landesinnere. Wir fahren Richtung Magomadas auf der Suche nach den Nuraghen, die im Reiseführer so gerühmt werden, Steintürme einer vorchristlichen Kultur, sie sind schwer zu finden. Leichter ist es mit einem Mittagsmenü, diesmal Spaghetti mit cozze ( Muscheln - nicht was ihr denkt) und pulpo frito (frittierte kleine Tintenfische), sehr lecker und preiswert. Abends wieder auf unserer Piazza Costitutione, es ist kühl, aber man sitzt im Freien. Hier gibt’s heute Zuppa di pescheria (Muscheln in Weinsoße). Wir sitzen noch bis spät auf dem Balkönchen unseres Zimmers, mit Blick auf Castello und kleine Piazza.
Sonntag
Das Wetter ist sonnig, aber stürmisch, am Strand türmen sich wilde Wellenberge – das Mittelmeer spielt Atlantik.

Wir wollen das Land kennenlernen und fahren nach Süden, Ziel Sinis-Halbinsel und Oristano. Wir sehen Salzseen wie in der Camarque, die Flamingos fehlen. Die Strecke nach Süden ist landschaftlich reizvoller als der Norden, Pinienwälder und Steilküste, unterbrochen von schönen Buchten. Dort stehen natürlich die Kollegen mit den Womos.
Badepause in Torre Grande, sehr angenehm, mit Duschen, meilenweiter Strand und kaum Leute, wieder dieser ganz feine Kiesel-Strand.
Das Pranzo findet heute in Tharros statt, es wird ein feines Risotto al frutta di mare, mit Blick auf den Festungsturm von Tharros und untermalt von einer netten, sehr lebhaften italienischen Familie am Nachbartisch.

Die einfachen Gerichte am Mittag sind oft für unter 30 € zu haben, mit einem kleinen Wein, Wasser und Kaffee für uns beide.
Abends entern wir mit den Freunden das angesagte Feinschmecker-Lokal in der Altstadt. Es wird gut und teuer. Man bereut es nicht.
Montag
Nachts wird es zunehmend kühler, aber am Tag werden es immer schnell 20-25°.
Eine Tour in die Berge lockt noch, Ziel Pradia, einsame Bergstrassen, landschaftlich fulminant, weiter Blick über die Küste.

Zum Mittagessen wieder in dem Strandlokal mit den roten Stühlen, so wie das hier schmeckt, kocht la mamma. Das Meer hat sich beruhigt, die weite Bucht von Bosa Marina lockt zu einem letzten Schwimmchen.
Am Abend treffen wir die Freunde zum Picknick am Turm, die Sonne geht gerade unter, sie kommen völlig ausgehungert an, sie haben sich beim Sightseeing essenstechnisch vergeigt.

Dienstag
Der Rückflug droht. Wir müssen wieder zurück nach Alghero, die Küstenstrasse nach Norden, eine schöne Strecke, dann der Blick auf Alghero.

In der Stadt Park-Service durch die gelben Damen, es gibt keine Automaten oder Parkuhren.
Zum Abschiedsessen finden wir die Posada del Mar, diesmal kein Meerblick beim Essen, aber sehr gutes Menü (3 Gänge mit vino und aqua, 25,-- p.P.).
Dann wurde es knapp, Hektik bei der Suche nach der Tankstelle am Airport, die wir bei der Ankunft sahen. Dann Suche nach dem speziellen Parkplatz der Mietwagen, dabei passiert ein Missgeschick, von dem nur Insider wissen und auch keiner gesehen hat.
Abgabe des Autos trotz Zeitnot kein Problem, italienische Nonchalance kommt uns zuhilfe.
Wir haben wieder einen super Rückflug bei gutem Wetter bis zu den Alpen, an der Westküste Korsikas hoch (die wir im Vorjahr mit dem Womo erkundet haben) und über Mailand.
Landung in Hahn bei 12° und Regen.