Einmal beschlossen wir, nach Texel zu fahren. Da meinte ein Freund: da war ich bestimmt schon 10 mal. Wir: oh, dann berichte mal und reiche Unterlagen rüber. Machte der auch in seiner sehr gründlichen Art.
1. Von hier nach Gillenfeld
Am Pulvermaar betreiben sehr nette, etwas umständliche junge Männer einen schönen Campingplatz mit einer Gaststätte und – damals – einem etwas schmuddeligen Kneipenwirt. Egal – als Etappe war uns die Station immer wieder lieb. Die Ruhe dort ist sagenhaft.
2. Von Gillenfeld nach Xanten
Die alte Römerstadt am Niederrhein hat es uns angetan, weil sich da Freunde in ländlicher, sehr reizvoller Umgebung niedergelassen haben. Häuser und Landschaftsbild lassen einen schon mal an Holland denken. Nach einem gepflegten
Kaffeeplausch ging es weiter – jetzt richtig nach Holland.
3. Von Xanten nach Zeewolde
Wir landen auf einem sehr gepflegten Campingplatz mit der sehr netten Frau Gickelmann (pardon) an der Reception und dutzenden Karnickeln im Gelände.
Der Campingchef versorgt einen Campingclub gerade mit ganzen Schubkarrenladungen Grillholz – welch ein Service.
Der klinisch saubere Sanitär-Bereich ist überheizt und parfümiert, die Duschen digital programmiert und die Türen mit Zahlenschloss code-gesichert.
Sonst ein idyllischer Fleck am Veluwe-Meer.
4. Von Zeewolde nach Cocksdorp auf Texel
Die Strecke führt uns über Lemmer, den Hafenort am Ijsselmeer, wo eine erste Fischverkostung stattfindet (Hecht und Scholle- sehr fein). Dann über den spektakulären Abschlussdeich - (afsluitdijk), der 32 km lang übers Meer führt, rechts die Nordsee, links das Ijsselmeer.
Für 60 € schippert uns die Fähre sehr zügig nach Texel.
Man kommt in Den Helder an und kommt am Kibbeling im Hafen nicht vorbei, hier besonders schmackhaft, wohl weil besonders frisch. (Kibbeling=gebackener Kabeljau, erhältlich an Kiosken wie bei uns Currywurst)
Wir landen auf Camping „de Robbenjager“, ein naturnaher Platz mit Blick auf Leuchtturm und Vogel-Biotop.
Das Wetter ist wechselhaft und sehr windig, die Camper suchen sich windgeschützte Winkel. Hier wollen wir erstmal „ankommen“.
Der Nord-Zipfel von Texel hier oben heißt Eierland, ist sehr ländlich, nur die Tiefflug-Übungen der Nato-Flieger stören echt. Sie kommen jeden Mittag.
Man glaubt es nicht – Texel braut ein feines Weizenbier, abends am Leuchtturm im Sonnenuntergang – ein Genuss.
Nur, dass der Sonnenuntergang hier über 2 Std. dauert, ist man als Landei nicht gewöhnt. Und – dass dann in der letzten Phase sich über dem Wasser noch Wolken bilden und die Sonne verdecken – für den Fan von Sonnenuntergängen eine Katastrophe.
5.In Cocksdorp
Das Wetter meint es gut mit uns, der Wind hat nachgelassen. Man ist im Fahrradland, Brötchen kaufen, zum Strand, zum Leuchtturm, alles mit dem Rad (fiets). Man fietst. Manche bromfietsen auch (fahren mit dem Moped). Sehr interessant finden wir, dass es den Fiets-Pad für Räder, den Wandel-Pad für Fußgänger und Reit-Wege extra gibt. Sie sind sehr gepflegt und führen kilometerlang durch die Dünen.
6. In Texel, über Land.
Wir entdecken unseren absoluten Lieblings-Hafen: Oudeschild, ein lebhafter, interessanter Ort, wo immer was los ist. Abends laufen ständig die typischen Platt-Boote mit Jugendgruppen ein, die Touristen fahren zum Krabben-Vissen, zur Robben-Beobachtung oder mit Velo-Solex über Land.

Man kann selbstgemachtes Eis auf dem Bauernhof essen, die Bierbrauerei besichtigen, eine Vielzahl von inseltypischen Kräuterschnäpsen verkosten, „tausend“ Sorten Pannekoekjen probieren und natürlich Fisch essen, heute sind es Makrele und Forelle.
7. Von Cocksdorp nach Oudeschild
Wir ziehen um. Auf den Mini-Camping „den vrije vogel“ bei Oudeschild. Mini-Camping gibt’s in ganz Holland, meist kleine Familien-Campingplätze auf Bauernhöfen, gut bis perfekt geführt. Hier z.B. mit Hi-Tec-Sanitär und Wintergarten für die Camper. Landluft inclusive.
Die Vereinigung der Campingbauern (
http://www.vekabo.de ) ist da besonders empfehlenswert.
8. In De Koog
Wir wohnen auf dem Mini-Camping De Razende Bol (Bol=Zwiebel), eigentlich ein Blumenzwiebel-Betrieb mit 15 Stell-Plätzen auf einer großen Wiese und überaus freundlichen Camping-Chefinnen Marieke und Monique.
De Koog und Den Burg, die Hauptstadt von Texel, haben die Innenstadt für Autoverkehr gesperrt, dafür gibt es große Parkplätze
9. Von De Koog nach Alkmaar
Wir verlassen Texel bei Schietwetter, Wind und Regen klatschen an die Scheiben der Fähre. Die geliebte Reise-Frau behauptet heute noch, dass es in Holland immer geregnet hat.
Fortsetzung folgt